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Die zehn Jahre sind voll

Das Metal Embrace feierte Geburtstag

Ein denkwürdiges zehntes Metal Embrace Festival hat mit der Abreise der Metalheads aus Barleben am Sonntagmorgen ein beschauliches Ende gefunden. Was soll man sagen? Geil wars! Mit Black Messiah legte der Freitags-Headliner ordentlich einen vor und die bergischen Löwen von Obscurity lieferten am Samstag den Höhepunkt. Sie bildeten den krönenden Abschluss zum zehnjährigen Jubiläum, eines der besten kleinen Underground Festivals in Deutschland. Aber erst einmal alles auf Anfang.

Auto gepackt, ab auf die B81 und den kleinen Katzensprung vom Nordharz nach Barleben gern in 40 Minuten bewältigt, wäre da nicht der Magdeburger Ring, so wurde es dann doch eine Stunde. Die letzten Meter Buckelpiste auch heil überstanden und schon angekommen. Schnell mal die Jungs von den Damned Souls, die hier für Recht und Ordnung sorgen begrüßt, eingecheckt und einen schattigen Platz unter den Bäumen gesucht.

Kofferraumklappe auf und schon war mein Camp fertig. Schon praktisch so ein Kombi, wenn hinten eine 1.80m Matratze reingeht. Die Nachbarn begrüßt und was sofort auffiel, war die Erweiterung des Campgrounds auf das Nachbargrundstück,da sich jede Menge Wohnwagen auf dem Campground breit gemacht haben und es zum Jubiläum mehr als 300 Metalheads unserer einzig wahren Musik nach Barleben zog.

Da bis zum Opener noch eine ganze Weile Zeit war legte ich mich ins Auto und schrieb schon einmal diese ersten Zeilen. Nach etwa einer Stunde begann der erste Soundcheck dem ich laut Running Order, Buried in Black zuordnen konnte. Ich machte mich auf die Socken und erkundete das Infield, begrüßte den ein oder anderen Kollegen von der digitalen Kunst und sonst alle bekannten Gesichter, was ein ziemliches Hände schütteln war, denn hier kennt eigentlich jeder jeden, nach all den Jahren. Kurze Zeit später sollte es dann auch schon los gehen. Buried in Black machen den Anfang. Immer wieder schön zu sehen wenn grade die kleinen Festivals dem Nachwuchs und Newcomern die Chance geben sich zu präsentieren und genau dafür steht das Embrace. Mittlerweile werden jede Woche neue Bands aus dem Boden gestampft, die auf der Suche nach Möglichkeiten sind, sich zu zeigen.

Jetzt meldete sich mein Magen zu Wort und ich ging das Essensangebot auschecken. Bouletten, Steak, Soljanka, also reichlich hausgemachtes war im Angebot. Die mehr oder weniger umstrittenden Wertmarken besorgt und ein wenig den Bauch vollgeschlagen. Für den Anfang reichte es erst einmal und ich zog mich in mein Auto zurück, um erneut ein paar Zeilen zu schreiben. Den melodischen Metalcore der Neubrandenburger Bloodpunch und die Death Metaller von Nachtschatten gab ich mir daher aus der Ferne, obwohl hier davon keine Rede sein kann. Durch die niedrige Decke der Stagehall und das große Flügeltor wird doch ordentlich der Bass auf den Campground geblasen, daher kann man das Ganze schon mal vom Campingstuhl aus genießen.

Abrogation (Germany)

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Dann ging es auf zu Abrogation, nebenbei den Fotomenschen angeschlossen und über die eine oder andere Sache ausgetauscht. Diese machten ordentlich Krach und man merkte ihnen ihre über 20 Jahre alte Bandgeschichte an. Der noch relativ neue Frontmann "Fenris" passt dann auch optisch besser ins Bild, zumindest was die Haarlänge betrifft -)-Erfahrung pur, kann man da nur sagen. Voller Vorfreude auf den Freitagsheadliner gab ich mir jetzt auch noch Contradiction mit ihrem Teutonic Thrash. Sie tourten schon mit den ganz großen der Szene durch die Lande und haben sich eine große Fanbase aufgebaut. Abriss pur! Mit Attic gab es das nächste Brett auf die Ohren. Alle Fans des oldschool Heavy Metal kamen hier auf ihre Kosten, auch wenn mich persönlich die hohe Stimme vom Meister nicht anspricht. Als Paganfan auch kein Wunder!

Aber das sollte sich ja jetzt mit Black Messiah ändern und das ist dann doch genau mein Ding. Frontmann Zagan nahm das komplette Publikum mit. Alle Ohrwürmer wurden frenetisch mitgesungen und einen Sänger der zwischen Gesang, Gitarre, Geige und ständigem animieren seiner Anhängerschaft hin und her wechselt, gibt es so auch nicht viele. Ganz großes Kino, wenn auch der ein oder andere Einspieler etwas früh kam.

Black Messiah (Germany)

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Black Messiah ist schon sehr speziell und auf Grund ihrer meist deutschen Texte ist immer Party vorprogrammiert. Nicht umsonst eine meiner Lieblingsbands auf Grund ihrer Art diese Musik rüber zu bringen. Die Stagehall war prall gefüllt und der Bierkonsum stieg noch einmal stark an. Nach dieser Sehenswürdigkeit ging es für mich aber dann schnell in die Koje. Trotz meiner Müdigkeit war ich noch so aufgedreht vom diesem Headliner, dass ich doch ne Weile zum einschlafen brauchte. Somit endete der Freitag und ich war gespannt, was da noch so kam.

Der Samstag in der Früh begann mit einem großen Knall, im positiven Sinne und privater Natur, aber dad gehört hier nicht hin -). Schnell eines der sauberen Dixis besucht, frisch gemacht und die Kauleistenbürste durchs Gesicht gezogen, kurz erschrocken, weil da einer unter freien Himmel in seinem Schlafsack, neben meinem Auto lag. Aber bei dem Wetter wohl kein Thema. Das Frühstück ruft! Einen Kaffee und und ein paar belegte Brötchen sollten zum munter werden reichen. Schnell eingedeckt und zurück ins Camp. Noch einmal ein wenig hingelegt und etwas gedöst. Nun hieß es die Zeit bis zum Opener vertreiben, dass heißt bei mir, Freundschaften pflegen und neue schließen. Was relativ einfach ist, den 80% der Leute kennt man, dass bei der riesigen Festivallandschaft in unserem Land auch kein Wunder ist. Die Ruhe vor dem Sturm verging recht schnell und es war Mittag, was mir mein Magen dann auch eindeutig sagte. Ein Teller Soljanka und eine Wurst sollten reichen um mein Bauchgrollen zu beenden. Dem war nicht so und es gab nen Nachtisch.

Endlevel machten den Anfang, die sich im Vorfeld des Festivals in einem Battle gegen andere Bands knapp durchsetzen konnten. Es gibt ja jede Menge Genre im Metalbereich, aber Panzer-Bier-Death-Thrash war auch mir neu. Es gab einen kurzen Soundcheck und schon standen In Demoni auf der Stage. Brutaler Death Metal aus Magdeburg. Die Kamikaze Kings folgten, eine Runde Rock'n Roll und so sahen die Jungs auf der Bühne auch aus. Entertainment pur. Auch die Truppe stand schon auf den ganz großen Bühnen. Nun folgte eine Überraschung für mich, Bitchhammer, hatte ich nie wirklich auf dem Zettel aber ham mir unheimlich gut gefallen. Black/Thrash Metal aus Leipzig. Ab auf die Merkliste.

Es war Zeit für ein wenig Ohren schonen und so gingen Trinity Sites und Stallion ziemlich an mir vorbei. Halt Kaffee und Kuchen Zeit. Ein paar Fotos schießen und den ein oder anderen Plausch halten. Mit Fäulnis folgte eine Band die die Seuche quasi am Micro hat. Auch die Namen ihrer Alben könnten in einer Heilanstalt entstanden sein. Ich schieb die Band mal in Richtung des Extrem Metals/Black Metals. Ich finde es ziemlich kontrovers aber wer es mag. Die Resonanz vor der Bühne war aber recht groß. Ich nutzte die Umbaupause und hatte Bock auf was Süßes. Es sollte eine frisch geklöppelte Waffel und ein Kaffee mit reichlich Süßstoff sein. Mit Spectral wurden dann die Hauptattraktionen des Abends allmählich eingeleutet. Ich war in voller Vorfreude auf die nächsten drei und die Stage sollte beben.

Purgatory (Germany)

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Old-School-Death-Metal aus Nossen, dafür steht seid 1993 Purgatory. Ωmega Void Tribvnal nennen sie ihr neustes Werk und es steht ihren Vorgängeralben in nichts nach. Es macht ordentlich Druck auf die Bässe, halt Death Metal der alten Schule. Mit Necronomicon folgte eine Combo die noch weitere 10 Jahre mehr auf dem Buckel hat. Allerdings mit reichlich dunklen Zeiten zwischendurch. Durch Probleme mit ihren Labeln, Namensrechten und reichlich großen und kleineren Katastrophen wurde es still um Sie, um 2004 wieder so richtig durchzustarten. Es lebe der Thrash. Zu guter Letzt standen die bergischen Löwen auf der Stage. Die jüngste dieser drei Bands vom Samstag. Etwa 19 Jahre beschallen Obscurity bereits die Festivals dieser Welt. Mit einer Mischung aus Melodic-Death-Metal/Black-Metal drückten sie dem Embrace zum Abschluss ihren Stempel auf. Huh, dass war anstrengend. Kurz vorm Gehörsturz pendelte ich danach Richtung Auto und war nach gefühlten 5 Minuten eingeschlafen. Am Sonntag Morgen ging es recht schnell. Müllsack wie immer nicht abgegeben, sondern mit Heim genommen. War erstens nicht viel und die 5 Euro sind meine obligatorische Spende, wie auf allen anderen Festivals auch.

Obscurity (Germany)

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Mein Fazit für das diesjährige Metal Embrace ist, wie es sich für ein Jubiläum gehört, dass beste in 10 Jahren. Super, was Rainer und seine Crew da seid 10 Jahren auf die Beine stellen, obwohl es sich finanziell nicht wirklich lohnt, dass es ja auch nicht soll. Denn hier steht der Spaß an der Sache im Mittelpunkt und nicht der Kommerz. Der 9. und 10. September 2016 wird allen beteiligten lang in Erinnerung bleiben und lang nachwirken. Der Sound war in diesem Jahr recht ordentlich aber auf Grund der Begebenheiten hier mit Potenzial nach oben. Die Lichttechnik wurde etwas verändert und neue Boxen standen quasi mitten im Publikum. Für 25 Euronen im Vorverkauf ist das Metal Embrace ein Megaschnäpchen, die Bands mischen sich unter die Besucher, verkaufen ihr Merch noch selbst. Wie es auf solch kleinen Events halt noch möglich ist. Es gibt genug Speisen und Getränke und natürlich eine Menge cooler Leute. Wo findet man schon einen Veranstalter der mit seiner Band "Abrogation" selbst auf der Bühne steht und wer zum Teufel ist dieses Embrace, hier kann man wirklich alle umarmen. Das Wetter tat sein übriges und an alle Sportwagenfahrer, tiefergelegte Fahrzeuge haben hier keine Chance, geschweige denn die Zufahrt zu meistern. Bis denne!

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Daniel

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