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Auch wir waren bei Blitzkrieg, Screamer & Co.

Der Detze rockt - Nachbericht

Wir schreiben das Jahr 2011. Aus einer „Schnapsidee“ einiger Jugendlicher heraus, welche statt einer Beachparty ein Metalevent veranstalten wollten, ist in einem Stadtteil von Daun in der malerischen Vulkaneifel ein kleines Festival geboren worden.

Dieses Festival - namentlich "Der Detze rockt" - ging am vergangenen Wochenende, dem 24. August 2013, in die bereits dritte Runde. Für uns Grund genug, aus dem fast 200 km entfernten Mittelhessen den Weg auf die andere Rheinseite aufzunehmen.

Leider wurden wir bei überqueren des Westerwaldes von einem sehr starken Regenschauer erwischt, sodass wir leider nicht ganz pünktlich in Rengen(so der Stadtteil) ankamen und dadurch die erste Band „Burning Maja“ – die Lokalmatadore aus Daun -  sowie 50 Liter Freibier verpassten.

Das Festivalgelände war direkt an einem Sportplatz auf dem „Detzenberg“ gelegen und von der Autobahn schon gut sichtbar. So war das Finden des Geländes unkompliziert und schnell. Parkplätze standen direkt am Gelände zur Verfügung und auch für die Camper war genügend Platz für Zelt und Wohnwagen vorhanden. Alles im Eintrittspreis von flauschigen 15,-€ an der Abendkasse enthalten.

Rasch eingeparkt, ging es dann auch schon direkt vor die Bühne, denn wir kamen pünktlich zum Start der „SquirrelFries“, welche ebenfalls aus Mittelhessen angereist waren. Eine gesunde Mischung aus Metal, Punk und Stoner-Rock wurde anhand von selbstgeschriebenen Songs geboten. Frische Musik, welche ein paar mehr Besucher vor der Bühne verdient hätte. Die Kiste Freibier, welche die Band verteilte, lockte dennoch ein paar Headbanger nach vorne.

Nach nur einer halben Stunde Spielzeit kamen dann „Torment of Souls“ – Death-Metal aus der Bierstadt Bitburg. Hier waren schon einige Zuschauer mehr vor der Bühne, man merkte dass diese Band aus der Region kam. Da es aber nicht ganz meine Musik war, ging es einmal das Gelände inspizieren und sich um die Verpflegung zu kümmern. Das Konzept mit Getränkekarten, wobei man selbst festlegen konnte, welchen Wert diese haben sollte, ging auf, denn so brauchte man an den beiden Bierpilsen kein Bargeld mehr und die Abwicklung war sehr fix. Womit wir schon bei den Preisen wären: Bei 1,50 € pro 0,3l Bitburger gibt es absolut nichts zu beanstanden, Cola/Fanta etc. waren gleich günstig und Longdrinks wie Wodka-O oder Whisky-Cola gab es für 2,50 € - auch ein fairer Preis wie wir fanden.

Essen wurde durch einen Imbisswagen geliefert, auch hier mit fairen Preisen: Portion Pommes 1,70€, Currywurst 2,20€, Bratkartoffeln mit Frikadelle und Kraut 5,- €.

Ein noch für kurze Zeit vor Ort befindlicher Eiswagen machte sich bei doch eher mäßigem Wetter verständlicherweise relativ früh wieder aus dem Staub.

Zudem gab es einen Merchstand, wo man Shirts und Tonträger der anwesenden Bands erwerben konnte und einen weiteren Stand mit unzähligen CDs und einer Menge Vinyl.

Nun aber zurück zur Bühne wo mit Witchburner aus Fulda eine weitere Band aus Hessen antrat. Seit mittlerweile über 20 Jahren gibt es rauen Thrash-Metal, welcher seit 2011 von der markanten Stimme von Sänger Pino begleitet wird. Ein starker Auftritt der bei einigen Leuten sicher schon für Nackenschmerzen gesorgt haben dürfte. So konnte es gerne weiter gehen.

Aber nein, so ging es nicht weiter – es wurde noch besser! Screamer, welche mir im Vorfeld gar nichts sagten, waren extra aus Schweden mit dem Bus(!) angereist um diesen Gig zu spielen. Vom ersten Riff an war klar was hier folgen sollte: skandinavischer Heavy Metal von der Sorte Steelwing oder Enforcer. Die Band war sehr gut aufgelegt und der Sänger Christoffer Svensson erwischte einen Sahne-Tag und konnte stimmlich absolut überzeugen. Man merkte auch, dass die Besucher solche Musik ersehnten, denn auf einen Schlag war es voll vor der Bühne und überall tanzten und bangten Jung wie Alt.

Nach einer Stunde Spielzeit kamen dann die deutschen True-Metal-Veteranen von Sacred Steel. Leider wirkte deren Musik gegenüber Screamer relativ langweilig und so ging es noch einmal zum Merch-Stand um sich Vinyl der Schweden zu kaufen. Diese zeigten sich auch am Stand und waren offen für Autogramme und Gespräche.

Nun aber kamen die Headliner – die NWoBHM-Legende Blitzkrieg aus England.

Nach unzähligen Wechseln der Bandmitglieder ist mit Sänger Brian Ross lediglich der Sänger der Originalbesetzung noch am Werk, welche in den Anfangstagen mit Bands wie Iron Maiden und Samson durch die Londoner Pubs tourten und unter anderem großen Einfluss auf Gruppen wie Metallica hatte.

Natürlich liefert der gealterte Sänger gesanglich nicht mehr ganz die gesangliche Leistung wie auf dem Debütalbum 1985, aber dennoch war die Stimme gut anzuhören und mit einer tollen Mimik merkte man ihm auch noch einen gewissen Spaß auf der Bühne an. Songs wurden aus allen Zeiten der Bandgeschichte gespielt, so natürlich auch der Klassiker „Blitzkrieg“ und auch das von Satan geschriebene „Pull the Trigger“. Klasse, diese Songs kennen eingefleischte Heavy-Metal-Fans auswendig und so sorgen diese immer für eine ausgelassene Stimmung.

Nach guten 75 Minuten bangen war auch die dritte Auflage von „Der Detze rockt“ zu Ende und so ging es noch ein wenig an den Bierstand um den gelungenen Tag ausklingen zu lassen und anschließend zum Übernachten ins Auto.

Das Wetter, welches uns bei der Anreise noch geärgert hatte, zeigte sich von einer versöhnlichen Seite und so blieb der Abend für die ca. 500 angereisten Besucher trocken.

Wer selbst Wasser lassen musste, konnte eins der Dixis besuchen, von denen ein halbes Dutzend am Ende des Geländes platziert waren. Absolut ausreichend und gereinigt wurden diese zwischendurch auch.

Schade, dass so wenig Besucher da waren, denn die Organisation war prima, die Preise günstig und das Gelände groß genug für die doppelte Menge Gäste.

Wir hoffen auf eine vierte Auflage im kommenden Jahr und ein ähnlich starkes LineUp, denn „der Detze rockt“ gewaltig und ist ein absoluter Geheimtipp.

Danke an alle Bands, die Veranstalter und alle anderen Beteiligten.

Wir sagen es mal mit den Worten des Screamer-Songs „Can you hear me“:

Sometimes life is just pure rock’n’roll!

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philip

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