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Veranstalter des "Bestivals" hat Widerspruch eingelegt

Markenstreit Grund für die Umbennung des Beastivals?

In diesem Jahr fand im Mai die erste Ausgabe Beastival in der Eventhalle in Geiselwind statt. Doch nach nur einem, durchaus auch erfolgreichen Debüt, geht das Festival in 2014 unter einem neuen Namen an den Start. Der Grund könnte ein Widerspruch gegen den Markennamen sein.

Dass die Neuauflage unter dem Namen Out&Loud Festival an den Start gehen wird, ist bereits bekannt und mit Rage sowie den Apokalyptischen Reitern sind auch schon erste große Bands für 2014 bestätigt.

Doch wie kommt es, dass ein einprägsamer Name wie Beastival nach einer erfolgreichen Premiere mit erstklassigen Bands nach nur einem Jahr umgetauft wird?

Versuchen wir das ganze mal aufzuarbeiten:

Laut der Registerauskunft des Deutschen Patent- und Markenamtes (DPMA) wurde die Wortmarke "Beastival" am 08.10.2012 von Rock the Nation - Gründer Stefan Hattinger aus Salzburg/Österreich europaweit registriert.

Veröffentlichtund damit registriertwurde die Marke dann in Blattnummer 2012/203.

Am 24.01.2013 ging beim zuständigen europäischen Amt in Allicante dann ein offizieller Widerspruch gegen den Markennamen ein. Der Londoner DJ Rob da Bank, mit bürgerlichen Namen Robert Gorham, sorgte sich um eine mögliche Verwechslungsgefahr, denn er richtet unter dem Namen "Bestival" seit 2004 ein großes Musikfestival auf der englischen Isle of Wight aus.

Mit Künstlern wie Elton John, The Prodigy oder auch den Beastie Boys und Stevie Wonder hat er schon den ein oder anderen großen Act organisieren können.

Er bemängelt die unzureichende Unterschiedlichkeit in den beiden Namen Beastival und Bestival und befürchtet somit eine Verwechslung durch die Fans. 

Die Wortmarke "Bestival" hatte Robert Gorham am 17.09.2007 beim Harmonisierungsamt für den Binnenmarkt (HABM), der euorpäischen Markenbehörde angemeldet, welches diese am 17.12.2008 schließlich registrierte.

Der Fall liegt jetzt bei den jeweiligen Anwälten sowie beimHABMauf dem Tisch und wird sicherlich in nicht allzu ferner Zukunft entschieden werden. 

Bislang ist zwar alles offen, da über den Widerspruch noch nicht entschieden ist.Da es nicht absehbar scheint, wie dieser Fall ausgeht, haben sich Rock the Nation wohl sicherheitshalber entschieden, den Namen komplett weg zu lassen. "Diese Vorgehen ist umsichtig, da dieses Verfahren für RTN ein recht hohes Risiko darstellt.  So geraten die Veranstalter bei einem möglichen negativen Verfahrensausgang nicht kurzfristig unter Druck," sagt dazu Metal-Anwalt Christian Koch, der mit einer Vielzahl von Markenverfahren befasst ist. "Neben den recht hohen Kosten, die Markenprozesse auslösen, könnten die Bestival-Macher auch gegen die weitere Verwendung des Namens "Beastival" vorgehen."

Um bei einem eventuell für RTN negativen Prozessausgang nicht kurzfristig in Zugzwang zu geraten wurde hier anscheinend schnell reagiert.

Nichtsdestotrotz erwartet euch beim Out&Loud-Festival sicherlich ein starkes Festival mit guten Bands im schönen Frankenland - und mal ganz ehrlich - who cares about the fucking name?

Vielen Dank auch an den Metal Anwalt für seine Einschätzung.

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philip

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