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Zurück an die frische Luft

Nachbericht: Death Feast 2015

Seit der Wiederbelebung des Death Feast im Jahre 2013 verbindet man mit der neuen Location heiße Temperaturen mit Sonnenschein und ein Schwimmbad direkt nebenan. Beides fiel in diesem Jahr leider weg. Doch dafür begaben sich die Veranstalter zurück zu ihren Wurzeln und verlegten die Bühne, wie damals in Hünxe, nach draußen.

Bei der Ankunft in Andernach traf mich beim Anblick des geschlossenen Schwimmbads erst mal der Schock. Seit zwei Jahren ist das Death Feast ohne das benachbarte Freibad gar nicht mehr vorzustellen. Aber na gut. Es ist ja auch schon spät im Jahr und die Temperaturen sind auch nicht mehr allzu sommerlich. Trotzdem war die Verlegung der Bühne von der stickigen Halle nach draußen gar nicht verkehrt.

Gleich zu Beginn gab es eine angenehme Prise Brutal Death vom Opener Necrosis. Hier konnte man schon den erstklassigen Sound vernehmen, was beim ersten Versuch mit der neuen Freiluftbühne schon lobenswert ist.

Da das restliche Programm des ersten Nachmittags dann aber eher schlicht bis gewöhnlich war, kam das erste wirkliche Highlight erst mit Nuclear Vomit. Obwohl es sich um Goregrind handelt haben die Polen deutlich mehr zu bieten als nur eine lustige Bühnenshow mit Konfetti. Die fünfköpfige Kapelle spielt erstklassigen Grindcore mit Death Metal Grooves und einem hohen Maß an Abwechslung.

Noch nicht einmal der Tagesabschluss Spasm konnte da mithalten. Die Tschechen haben das Maximum an Stumpfheit mal wieder erreicht. Aber anscheinend können sich genug Leute für die drei Herren der Unästhetik so sehr begeistern, dass die Gruppe als Headliner ins Boot geholt wird.

Trotz dem holprigen Start konnte das Death Feast aber mit dem zweiten Tag nochmal einiges rausholen. Slowly Rotten lieferten gleich zum Frühstück eine ordentliche Portion Slam mitsamt eines Gastauftritts von Stillbirth Frontmann und Death Feast Mitveranstalter Lukas Swiaczny.

Übertroffen wurde das ganze Spektakel dann noch von Pighead aus Berlin, die schon in grauer Vorzeit das Death Feast in Hünxe beehrten.

Ein weiteres slammiges Highlight boten die norwegischen Szeneveteranen Kraanium, die den Gig nutzten um ein paar Songs ihres neuen Albums Chronicles Of Perversion vorzustellen.

Doch all das wurde am Ende des Abends in den Schatten gestellt als Suffocation die Bühne betraten. Zwar leider ohne Frank Mullen, aber Disgorge Drummer Ricky Myers machte am Mikro auch einen äußerst guten Job. Mit Catatonia, Infecting The Crypts und Pierced From Within und natürlich vielen weiteren Klassikern, bot das Set genau das was man von einer guten Suffo Show erwartet.

Doch als man dachte mehr geht nicht, erfolgte der Gig von Nile. Durch den glasklaren Sound lieferten die US-amerikanischen Ägypten Fans ein wahres Brett. Mit Stücken wie Sarcophagus und Kafir! sorgte das Quartett für ordentlich Atmosphäre. Und so richtig Gänsehaut gab es dann als beim letzten Song Black Seeds Of Vengeance von der gleichnamigen Scheibe Suffocation die Bühne stürmten und den Part der Backing Vocals übernahmen. Im Gegensatz zum vorherigen Tag ein würdiger Abschluss.

Etwas ernüchternder war kurz darauf die erneute Feststellung dass auf dem Campingplatz im Vergleich zu den vorherigen beiden Jahren kaum Stimmung herrschte. Zwar gab es einzelne Hotspots wo noch ein wenig Leben zu vernehmen war, doch zu einer richtigen Eskalation der guten Laune mit 90er Party gab es leider nicht. Ob dies wohl an der Kälte lag?

Doch genug des Trübsinns! Der letzte Tag hatte auch noch einige musikalische Schmankerl im Petto. Eins davon waren die fünf Sinsheimer von Ichorid die bereits auf dem Party.San ihre Fanbase erweitern konnten. Und auch wenn es der Security nicht so gefiel, konnten mit einer kleinen Stageinvasion zwei liebreizende junge Fräulein der Gruppe eine Freude bereiten. Wer den sympathischen Tech-Deathern auch etwas gutes tun will, führt sich deren Album Process Of A Rotting World ins Ohr ein.

Eine weitere ehrenhafte Erwähnung haben sich Iniquity verdient. Eine dreiviertel Stunde kompromisslosen Death Metal auf die Kauleiste mit erstklassigem Sound  und einer äußerst professionellen Performance.

Der Gig der Grindcoreler Inhumate war dagegen eher mäßig. Standard Grindcore, Standard Stimme, Standard Auftritt. Perfekt zum entspannen in der hintersten Reihe.

Der vorletzte Auftritt des Festivals sollte der letzte Death Feast Gig von Rompeprop sein. Denn die niederländischen Goregrinder werden sich nächstes Jahr nach 15 Jahren Bandgeschichte auflösen. Dafür bot die dreiköpfige Kombo einen Goregrind Gig wie er im Buche steht! Geschrubbe, Wasserkochergeblubber und viel Unsinn. So konnte man sich vor dem doomigen Headliner nochmal richtig austoben.

Den Schluss machten die legendären Asphyx. Zum Ausklingen des Abends kam der doomig groovende Sound der Oldschooler genau richtig. Death the Brutal Way, MS Bismarck, The Rack... So kann ein gutes Wochenende zur Neige gehen.

Nach einer langen Nacht war es dann an der Zeit völlig verschlafen und verkatert die Zelte zusammenzuklappen und die Heimreise anzutreten. Zwar konnte das Feast dieses Mal den Erwartungen durch die vorherigen Jahre nicht nicht ganz gerecht werden, dennoch bleibt es was extreme Musik angeht eines der hochwertigsten Festivals da draußen. Auf ein weiteres!

Nächstes Jahr findet die Sause vom 1. bis 3. September. Bereits bestätigte Bands sind Aborted und Gutalax.

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Tristan

Artikelinformation

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  • Autor: Tristan (23) aus Mannheim
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  • Schlagwörter: Nachbericht
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