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W:O:A-Event in der Hansestadt

Nachbericht Hamburg Metal Dayz 2014

Erneut luden die Veranstalter des W:O:A in diesem Jahr zu den Hamburg Metal Dayz. Bereits zum dritten Mal lockte das parallel zum Reeperbahn Festival stattfindende Event in diesem Jahr in die Hamburger Markthalle.

War das Festival im Vorjahr noch drei Tage lang, musste der gemeine Metalhead sich in diesem Jahr mit nur zwei Festivaltagen begnügen. Da aber lediglich der, 2013 noch recht große, Anteil an Metalcore gestrichen wurde, dürften die meisten Besucher dem Veranstalter aber nur unwesentlich böse gewesen sein.

Mit 11 Bands war das musikalische Programm in diesem Jahr recht übersichtlich. Gerade hier liegt aber die Stärke der Hamburg Metal Dayz. So beschränkt sich das Programm nicht nur auf Musik, sondern hat auch Panels, Workshops, Lesungen und Autogrammstunden im Programm.

Die Location
Mit der Hamburger Markthalle kann man grundsätzlich nichts falsch machen. Ein großer Veranstaltungssaal mit viel Platz und grandioser Akustik sowie das kleinere MarX ermöglichen es, zwei Konzerte parallel zu veranstalten. Das Foyer bietet sich für Autogrammstunden an, und hat direkt angeschlossen einen großen, separaten Raucherbereich. Auch für Merch-Stände ist ausreichend Platz. Selbst ein Tattoo-Stand war vom Veranstalter aufgebaut. Hier konnte sich jedoch nicht wie im Vorjahr jeder ein Hamburg Metal Dayz oder Wacken-Tattoo stechen lassen. In diesem Jahr wurden die Termine im Vorfeld vergeben.

Die Preise
Das geballte Programm der Hamburg Metal Dayz – 11 Bands, 1 Workshop, 2 Lesungen und Comedy Made By Bembers – für unter 60€. Da kann man nicht meckern. Tagestickets waren in ausreichender Zahl an der Abendkasse für 35€ pro Tag zu erstehen.
Für das leibliche Wohl in flüssiger Form galten mit 3€ pro 0,4l Hopfentee Hamburger Normalpreise.

Das Programm
Sehr vielseitig – das ist das große Stichwort zum Programm der Hamburg Metal Dayz. Von Musik über Panels und Lesungen ist für jeden was dabei.

Los ging es traditionsgemäß mit Mambo Kurt. Der Glatzkopf mit Sonnenbrille und Heimorgel macht zwar eigentlich erst zu späterer Stunde wirklich Spaß, aber auf ihn verzichten kann man auf den Metal Dayz natürlich nicht. Während im Foyer Kryptos und Wolfgang Hohlbein fleißig CDs und Bücher signierten, stellten sich die Macher des W:O:A (und natürlich der Hamburg Metal Dayz) den Fragen Ihrer Fans. Wirklich weltbewegend Neues und Berichtenswertes gibt es allerdings mal wieder nicht.

Während die indischen Heavy/Thrasher von Kryptos noch den großen Saal rocken, heißt es für viele Fans des Fantasy-Autors und ambitionierten Metalfans Wolfgang Hohlbein schon wieder: Auf ins MarX. Denn hier sollte der bekannte Autor von Romanreihen wie z.B. „Märchenmond“ aus seinen neuesten Werken lesen.

Fans der schwedischen Melo-Deather von Dark Tranquillity konnten aber auch dies nicht vollständig genießen, sollten die Gothenburger doch bereits vor Ende der Lesung bereits im Großen Saal zu spielen beginnen. Eine bunte Mischung aus ihren 23 Jahren Bandgeschichte lieferten die Jungs ab, hatten aber augen- und ohrenscheinlich mit Tonproblemen zu kämpfen, die am späteren Abend auch Tobias Sammet von Edguy an den Rand der Verzweiflung bringen sollte. Auch im Jahr 2013 gab es am ersten Tag der Hamburg Metal Dayz bereits Tonprobleme. Wir hoffen, dass schlechter Sound am ersten Tag hier nicht zur Tradition wird.

Den Ausklang des Festival-Freitags boten Any Given Day, die mit ihrem melodischen Hardcore kürzlich in die deutschen Charts einstiegen.

Der zweite Tag – Samstag
Auch der zweite Tag wurde natürlich von Mambo Kurt eröffnet, den man am restlichen Samstag auch immer mal wieder für 15 Minuten im MarX bestaunen durfte.
Fans der Melodic Groove Metaller von Profane Omen durften sich über den ersten Gig der Finnen in der Hansestadt freuen – und den super Sound am zweiten Festivaltag zusammen mit ihren Idolen feiern, die auch Material ihrer im April erschienenen vierten Studioplatte „Reset“ zum Besten gaben. Ihr letzter Gig in Hamburg bleibt das sicher nicht – haben sich die Jungs doch in einige neue Herzen gerockt.
Leider verwechselten viele Besucher die Buchpräsentation der Tankard-Biografie mit einer Lesung, und erwarteten entsprechend auch längere Auszüge aus dem Buch – und wurden enttäuscht. Es handelte sich wirklich nur um eine Buchpräsentation und effektiv um ein Panel zur Geschichte der Band. Zugegeben angereichert mit viel Witz durch Frank, Andy und Gerre, aber leider trotzdem keine Lesung. Schade.
Die Überraschung des Festivals waren mit Sicherheit Hatesphere. Zwar klingt der Bandname nach Hardcore und die Jungs sehen auch sehr nach Hardcore aus, musikalisch sind sie trotzdem eher dem modernen Thrash- oder Groove-Metal zuzuordnen. Auf jeden Fall ein empfehlenswertes, rockiges Brett mit Party-Potential.
Um knapp 20 Uhr ging die Party im Großen Saal dann richtig ab – Tankard standen auf der Bühne und gaben bei perfektem Sound eine gute Stunde ihren Alcoholic Metal zum Besten. Dass sie mit 32 Jahren Bandgeschichte nicht aus jedem ihrer 16 Alben etwas spielen konnten ist zwar schade, nur leider bei 60 Minuten Spielzeit unvermeidlich. Auch sehr schade: Der Comedy-Auftritt von Bembers überschnitt sich mit dem Gig von Tankard. So konnten viele Tankard-Fans erst zum Ende seiner Stand-Up-Show ins MarX wechseln.
Zum Schluss und Abschied der Hamburg Metal Dayz 2014 fanden sich zuletzt endlich Finntroll auf der Bühne im Großen Saal ein. Wer Folk-Metal hört, der kennt auch Finntroll. Sechs Studioalben haben die Finnen, die es bereits seit 1997 gibt, sich bisher auf die Fahne geschrieben. Mit glasklarem Sound definitiv einer der besseren Finntroll-Shows und ein würdiger Ausklang für die Hamburg Metal Dayz 2014.

Das Fazit
Ein feines Lineup mit grandiosem Rahmenprogramm für akzeptable Preise. Zwar fiel ein Festivaltag weg, doch wurden die Hamburg Metal Dayz dadurch nicht 30% billiger. Man merkt hier ganz eindeutig den Einfluss des Wacken Open Air und hofft, dass der Preis analog zum W:O:A im nächsten Jahr gehalten werden kann.
Einen Besuch sind die Hamburg Metal Dayz gerade wegen der namhaften Bands und Acts, sowie der Location in jedem Fall wert. Wir sind natürlich auch 2015 wieder für euch vor Ort.

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Artikelinformation

  • Artikel veröffentlicht:
  • Artikel verändert:
  • Autor: Jan (32) aus Hamburg
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  • Schlagwörter: Nachbericht
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