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Hell was there - at it's best!

Nachbericht: PartySan 2013

„Hell is Here“ - so heißt es nun seit 1996 zurecht. Denn nirgendwo anders bekommt man solch eine höllische Party geliefert wie hier! Dieses Jahr konnte man mit einem unglaublich geilen Billing beglückt werden, wenn man sich auf den Weg nach Schlotheim machte.

Bereits Mittwoch waren die ersten Metalheads angereist und als wir Donnerstag Mittag gegen 13 Uhr dort aufschlugen, war der Campingplatz bereits gut gefüllt und so mussten wir uns mit einem Platz weiter hinten zufrieden geben. Doch schlimm war das nicht, da der auf einem Flugplatz platzierte Campground überschaubar war und dank asphaltierter Start- und Landebahn die Wege ziemlich flach und super begehbar waren. Die Ankunft war sehr gut organisiert und das strikte Glasverbot wurde relativ gründlich kontrolliert und und es wurde streng aussortiert, trotzdem konnte man leider immer wieder Glas auf dem Gelände finden, was eigentlich sehr traurig ist.

Typisch für einen Flugplatz herrschte das gesamte Wochenende ziemlich starker Wind, der aber aufgrund der Temperaturen ganz gut für die schwitzenden Metalfans war, denn die Sonne zeigte sich zwar nicht die ganze Zeit, aber knallte dafür umso doller, wenn sie denn einmal länger zu sehen war. Bis auf einen kleinen Schauer bei Destruction blieben wir vom Regen verschont und man könnte fast meinen, dass perfektes Festivalwetter war.

Die Bands begannen Donnerstag um 16:30 Uhr, nachdem man sich den Abend vorher schon von der Metaldisco auf der Tentstage einheizen lassen konnte. Dies taten wohl auch genügend Leute, denn die beliebten Havanne-Strohhüte, die man für 10 getrunkene Cuba Libre bekam, waren bereits früh vergriffen. Der Donnerstag begann noch recht ruhig mit nur wenigen Bands.

Los ging es für uns mit Denial of God. Eine geniale Mischung aus Black Metal und Heavy Metal erklang aus den Boxen und die dazu passenden Outfits der Band machten die Show zu einer runden Sache.

Die Franzosen von Alcest passten zwar nicht wirklich in das Billing vom Party.San, welches fast nur aus Death und Black Metal Bands besteht, aber dennoch konnten die Jungs mit ihrem Shoegaze die Fans begeistern. Sehr atmosphärisch und entspannend, genau richtig für die folgenden Bands.

Denn es folgte Geknüppel von Deströyer 666 und True Norwegian Black Metal von Carpathian Forest. Frontmann Nattefrost und seine Bandkollegen in allseits bekannter Corpsepaint-Montur stellten erstmal klar, dass das Motto „Hell is here“ wirklich passt.

Danach folgten Legion of the Damned aus den Niederlanden. Neben einer super Auswahl bekannter Songs spielten sie auch ein brandneues Stück vom kommenden Album, was auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht hat. Mit einer großartigen Feuershow und jeder Menge Action sorgten sie auf jeden Fall für schmerzende Nacken am nächsten Tag.

Der Freitag begann früh um 12 Uhr mit einer Menge Spaß bei Gutalax. Goregrind aus Tschechien der besonderen Art. Fliegende Klobrillen, Klobürsten, Konfetti und eine Band, die komplett in Maleranzügen gekleidet waren. Dazu ein unermüdlicher Circlepit, groovige Riffs und Gegrunze – ein riesen Spaß.

Die Zeit während den folgenden Bands wurde genutzt, um mal zu schauen was das Party.San noch so bietet. Eine große Hauptbühne, eine kleine Zeltbühne, zwei Biergärten, einen Cocktailstand, jede Menge Essens- und Merchandisestände und das war's! Kein Schnickschnack, kein sinnloses Zeug, was nur unnütz Geld kostet. So muss ein Festival sein. Hinzu kommen noch die unschlagbaren Preise: 2,50 Euro für ein Bier (0,4l), 4 für einen Cocktail oder Longdrink und sehr günstige Preise für Pommes, Hühnchen etc. Da kann kaum ein Festival in dieser Größenordnung mithalten.

Weiter ging es dann abends mit Vomitory, die mit ihrem schwedischen Death Metal eine großartige Show spielten. Doch vorher schaute ich nochmal kurz auf der Tentstage vorbei, da dort gerade der Soundcheck von Deserted Fear stattfand und die Jungs tatsächlich Bolt Thrower anspielten. Damit lockten sie so einige Fans vor die Bühne, die dann auch blieben als eine geniale Death Metal Show begann und sich bis zum Ende brachial und durchaus interessant durchzog.

Eine weitere gehörige Ladung Death Metal gab es dann bei Unleashed. Auch wenn beliebte Songs wie „Midvinderblood“ oder „Ice Cold Winterland“ ausgelassen wurden, stimmte die Stimmung dennoch und die Schweden heizten das Publikum ein für das erste große Highlight des Festivals.

Dying Fetus betraten die Bühne und bevor überhaupt alle wussten, dass es los ging, erschallte bereits das erste Stück „Grotesque Impalement“ und die Menge war nicht mehr zu halten. Es folgten jede Menge Klassiker und man konnte sehen, dass die Altmeister des technical Death Metal immer noch mit viel Spaß und Können an die Sache rangehen.

Nachdem Dying Fetus schon der gefühlte Headliner war, folgte dann noch der eigentlich Headliner, Hypocrisy. Die Jungs um Mastermind Peter Tägtgren spielten eine solide Show mit einer guten Songauswahl. Komplett ansehen konnte ich mir den Auftritt leider nicht, da ich nach Dying Fetus nicht mehr so viel Energie hatte und froh war, endlich in mein Zelt zu fallen.

Der letzte Tag des Festivals war da und begann mit Black Metal von Tsjuder aus Norwegen. Drei Personen, Corpsepaint, umgedrehte Kreuze. So stellt man sich eine stumpfe aber gute Black Metal Show vor.

Der recht gut eingehaltene Zeitplan wurde dann aufgrund einer Autopanne von Impaled Nazarene ein wenig zerstört. Die Jungs konnten leider erst später anfangen und auch nicht das komplette Set spielen. Dadurch kam es dann aber auch im weiteren Verlauf zu Verzögerungen.

Danach ging es zu Attic auf die Tentstage. Großartiger Heavy Metal sorgte für ein bisschen Abwechslung auf dem Festival und die mittlerweile erfahrenen Gelsenkirchener sorgten für eine super Stimmung im Zelt.

Es wurde Zeit für Thrash Metal, denn Destruction kamen auf die Bühne. Nach einem kleinen Gitarrenproblem, das aber schnell behoben wurde, konnten die Urgesteine des Thrash Metal so richtig loslegen. Mit viel Spielfreude brachten sie einige Nacken zum Brechen.

Nachdem mit Korpiklaani eine Band spielte, die offensichtlich überhaupt nicht in das Konzept des Festivals passte, was man auch an der Zuschauerzahl bemerken konnte, kamen Carcass auf die Bühne. Die Engländer legten ein echtes Death Metal Brett vor. Eine super Show mit vielen guten Songs und der Klassiker „Heartwork“ durfte natürlich nicht fehlen.

Mit einer ziemlich großen Zeitverzögerung traten dann Venom auf die Bühne. Venom, ein Name, der eigentlich jedem etwas sagen sollte. Die „Erfinder“ des Black Metal, eine der Urgesteine der Metalgeschichte. Dass die Männer um Sänger und Bassist Conrad „Cronos“ Lantschon fast ewig dabei sind, konnte man ihnen deutlich ansehen. Doch die Engländer wussten, wie man das Publikum einheizt. Mit einer unglaublichen Bühnenpräsenz, nicht übersehbarer Spielfreude und einer großartigen Show waren Venom der gebührende Headliner des Festivals und gleichzeitig auch der Abschluss von diesem.

Das Party.San ist und bleibt eines der besten Festivals. Wer nicht gerne auf große Festivals geht und trotzdem hochkarätige Bands für einen angemessenen Preis sehen will, der ist hier genau richtig aufgehoben. Das Billing ist immer stark Black-, Death- und Thrash-Metal-lastig und außer ein oder zwei kleiner „Ausschweifungen“ bleiben die Veranstalter den extremen Genres treu und das ist auch gut so. Es ist sehr familiär, günstig und super organisiert. Viel mehr braucht man nicht dazu zu sagen, außer: Party.San 2014, wir kommen! Mit Obituary, Ereb Altor und Atlantean Kodex, die eine Special Show spielen werden, sind bereits die ersten Kracher bestätigt und wir freuen uns sehr auf nächstes Jahr.

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David

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