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Sommer, Sonne, Heavy Metal!

Nachbericht: Rock unter den Eichen 2013

Bertingen. Ein heißes Wochenende geht zu Ende. Dass es so warm wird, damit hätte wohl niemand gerechnet. Dennoch stand am Ende für alle fest: das 10. Rock unter den Eichen war ein voller Erfolg und ein Spaß für die zahlreich erschienenen Gäste. Bertingen verwandelte sich, trotz der vielen parallel stattfindenden Konkurrenzfestivals, vom 26. – 27. Juli wieder in die Metalhochburg Sachsen-Anhalts.

Seit den Mittagsstunden des Freitags pilgerten hunderte Fans der härteren Gangart auf die zwei Campinggrounds der Veranstaltung. Schnell war der erste Platz voll aber der zweite bot mehr als genug Platz für alle Anreisenden sodass es zu keinen Wartezeiten, Platzängsten oder Nachbarschaftskriegen kam. Da gilt es auch schon den ersten Pluspunkt zu verteilen. Tagesgäste hatten einen Fußweg von ca. 30 Sekunden bis zu Eingang und der weit entfernteste Campingplatzbewohner benötigte allenfalls fünf Minuten bis er auf dem Gelände war. Besser kann eine Location wohl kaum aufgebaut sein. Man konnte regelrecht vor der Tür campen und parken.

Der nächste Pluspunkt geht wieder an die Location, genauer gesagt an den Festivalground. Aufgebaut wie in jedem Jahr wieder direkt unterhalb der großen Eichen von welchen logischerweise auch der Festivalname abgeleitet ist. Es gab genügend Dixis und sogar kostenlose festinstallierte Toiletten. Im RUDE-Merch-Shop konnte man vom Cap bis hin zum Zipper alles kaufen was man so braucht. Der Autogrammstand vom GUC Magazin bot auch das ein oder andere Accessoire. Weiterhin gab es Merchstände wo die einzelnen Bands ihre Ware an das Festivalvolk bringen konnten und man dann zusätzlich zu den Autogrammstunden noch mal auf Tuchfühlung mit den Musikern gehen konnte. Außerdem gab es für die Feinschmecker wieder eine Cocktailbar, einen Metstand und eine Fressbude an der man von der Pommes bis zum Fisch alles für faire Preise bekommen hat. Auch die zwei Bierwagen waren gut besucht, was nicht zuletzt auf den Bierpreis von 2€ pro 0.3l zurückzuführen war.

Oder lag es doch am Wetter? Es war nämlich SAU heiß! Das macht durstig. Morgens kroch man 07:30 Uhr schon aus dem Zelt, da man Angst haben musste, dass einem das Blut in den Adern gerinnt. Wir hatten über 30°C im Schatten und zum Glück hatte die Feuerwehr Mitleid mit uns und schickte ein Löschfahrzeug zur Abkühlung vorbei. Leider ist diese Information  vielen entgangen und somit musste der ein oder andere auf die Abkühlung verzichten. Sonst war das Wetter nur Freitagabend gnädig und schickte uns 2-3 Tropfen Regen. Dummerweise grad da als wir gemütlich speisen wollten. Die Eichen boten aber genügend Schutz vor Sonne und Regen und abends angestrahlt boten sie dann ein perfektes Bild.

Den Preis von 34€ im VVK. (+Gebühren) konnte der Veranstalter Thomas Wöge auch in diesem Jahr wieder halten. Das wurde ihm von seinen geschätzt 1000 Besuchern auch gedankt. Top Organisation, viel Schweiß der Crew und 16 verschiedene Bands aus der ganzen Welt hätten auch zu Recht einen höheren Preis haben können. Die Bandgenres waren wieder bunt gemischt, was das tolle an dem Festival ist. Von Core, Hardrock, Death Metal, Thrash Metal, Power Metal bis hin zum Black Metal war wieder alles vertreten. Wer da nichts rausgefunden hat war selber schuld. Dennoch war das Festival definitiv eines der härteren Gangart. Headliner waren nämlich Asphyx aus den Niederlanden und Grave aus Schweden - zwei Death Metal Legenden. Der Sound war absolute Klasse im Vergleich zu den anderen Festivals die in diesem Jahr besucht wurden. Zu verdanken ist das dem engagierten Team, der guten Technik und der vermutlich überschaubaren Größe des zu beschallenden Geländes.

Noch ein paar Worte zu den Bands die ich gesehen habe. Viel braucht man dazu ja nicht sagen da es ja eh Geschmackssache ist. Auf jeden Fall aber waren alle Bands sehr gut drauf und haben sich immer die größte Mühe gegeben egal ob vor 100 Zuschauern oder vor der vollen Bude. Bis auf eine kleine Technikpanne von wenigen Sekunden lief auch alles bestens. Die erste Band habe ich leider verpasst da wir uns in der Anreise etwas verplant hatten aber mit Before Ciade aus Australien haben wir uns dann den ersten Newcomer auf dem Festival angeschaut. Danach kamen Cripper aus Hannover welche dank ihrer energischen Frontfrau die Menge ordentlich zum Tanzen brachte. Dew-Scented folgte direkt im Anschluss und zog ein super professionelles Ding durch. Time to headbang. Dann war die Zeit auch schon reif für einen der beiden Co-Headliner: Evocation aus Schweden betraten die Bühne. Für mich eine kleine Enttäuschung da jeder Song gleich klang und von dem melodischen Sound der Platten nicht viel rüber kam. Gitarrenbrei. Asphyx machte das aber locker wieder wett, denn mit ihrem fetten Death Metal fegten sie knapp 1,5h über den Platz. Danach schmerzte der Nacken.

Nach einer kurzen Nacht startete der Festivalsamstag dann mit Thrash em Down, der Ersatzband für Rotting Empire. Viele schafften es um diese Uhrzeit leider aber noch nicht vor die Bühne. Vermutlich suchten sie im nahen See Abkühlung. Dann kam Devariem. Eine Wahnsinnsstimme vom Frontmann die mich sehr an die legendären Testament erinnerte. Einfach spitze. Old-School-Thrash bis der Arzt kommt. Gods of Eden boten dann wieder den Kontrast mit ihrem für mich nicht definierbaren Metal Genre. Gefühlt wechselnd zwischen Ambient und Black Metal mit Core Elementen -  irgendwie undefinierbar. Wie gesagt, Geschmackssache. Die weite Anreise aus Down Under wurde aber leider auch nicht so wirklich vom Publikum honoriert. Die Band feierte trotzdem und das war die Hauptsache. Hardbone lieferten danach eine absolute Kick-Ass Rockshow ab, welche die ein oder andere Australische Hardrock Band in den Schatten stellen könnte. Ost+Front war für viele ein absoluter Bringer und wurde von der Menge wild gefeiert . Schicke Kostüme mit einer kleinen Show die sehr an die typischen Neue Deutsche Härte Vertreter erinnerte. Akrea lieferte im Anschluss wieder eine super Show gepaart mit ihrem bayrischen Charm ab. Absolut überzeugend wie bisher jeder Live-Gig der Band und das trotz Autopanne. Es folgte die große Black Metal Macht Endstille. Hochgehyped bis zum geht nicht mehr und sehr gut besucht. Leider für mich absolut kein Highlight obwohl ich ein großer Anhänger des Black Metals bin. Schöne Bühnenshow mit Blut und viel Deko. Schön für das Auge und die Fotografen aber etwas langweilig für die Gehörgänge. Xandria, die Deutschen Female Fronted Symphonic Metaller konnten der Menge dann helfen wie etwas runterzukommen. Die Show überzeugte mich aber gar nicht. Die Frontfrau schien unsicher was ich von einer so großen Band nicht erwartet hatte. Der Gesang überzeugte anfänglich kaum, steigerte sich jedoch mit der Zeit. Noch besser und noch voller wurde es allerdings als Milking The Goatmachine die Bühne betraten. Nach dem Erfolg im letzten Jahr waren sie auch in diesem Jahr wieder dabei und heizten der Menge richtig ein. Wall of Death, Circle Pit und eine ordentliche Anzahl Moshpits waren hier zugegen. Die Haare flogen in der knappen Stunde durch die Gegend und die Band spielte gefühlte 50 Songs, welche alle von der Menge gefeiert wurden. Für die Fans wohl auch in diesem Jahr wieder das Highlight des RUDE. Den Abschlussheadliner Grave haben wir dann aber doch ausgelassen. Der warme Tag und die kurze Nacht saßen uns zu sehr in den Knochen.

Tja was gab es noch für Besonderheiten? Sicherlich der Heiratsantrag von Matze an seine Holde, welcher direkt nach dem Akrea Gig von der Bühne aus erfolgte. Ich habe die Antwort zwar nicht verstanden aber es sah ganz nach einem JA aus. ;-) An dieser Stelle auch noch unseren Glückwunsch von metal4all.de Team! Auf das es viele Metal-Nachkommen gibt und wir sie auf dem RUDE aufwachsen sehen.

Auch 2014 wird das Rock unter den Eichen wieder stattfinden und ihr werdet natürlich alle Informationen bei uns aus erster Hand erhalten. Das RUDE ist und bleibt ein absoluter Geheimtipp aber wir wünschen dem RUDE trotzdem, dass es mal endgültig ausverkauft sein wird. Wir werden auf jeden Fall wiederkommen, so auch das Versprechen der Fans des RUDE. Vielen Dank an den Veranstalter für die Einladung. Stay RUDE!

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robert metal4all

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