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Was lange währt wird endlich gut

Nachbericht zum Rasenrock Festival 2013

Hier kommt der Nachbericht zum Rasenrock. Ein kleines Festival prall gefüllt mit tollen Bands.

In diesem Jahr fand das Rasenrock, vielleicht zum letzten Mal an diesem Ort, auf einem kleinen Bolzplatz neben dem Birkenfelder Stadion statt. Parken konnte man auf dem Parkplatz oberhalb des Stadions und sogar Zelten, obwohl es nur wenige in Anspruch genommen haben. Wie angedeutet, findet das Rasenrock nächstes Jahr vielleicht in einer anderen Stadt statt, da eine andere Kreisstadt den Veranstaltern ein besseres Angebot mit mehr Support gemacht haben. Auch hier war wieder der CWO vertreten, sogar unter den Helfern und man kann sagen, dass sie ihren Job richtig gut gemacht haben,

Das Wetter war zwar gut, aber die ganze Zeit haben die Wolken mit Regen gedroht. Vielleicht lag es am Wetter, dass nur 190 zahlende Besucher bis zum Kassenschluss um 11 Uhr das Festival besuchten.

Kommen wir zu den Besonderheiten des Festivals. Nachdem jede Band aufgetreten ist, wurde etwas von ihnen verlost. Das konnte - mit einem einfachen Patch angefangen, bis hin zu ganzen Fanpacks - so ziemlich alles sein. Die Erlöse hiervon gingen an den Avalon-Gnadenhof. Da sag noch einer, dass Metaller nur an Tiere denken würden wenn sie diese essen.

Bevor wir zu den Bands kommen, noch eine kleine Anmerkung: Es gab 4 Bewerbungen von internationalen Bands. Diese kamen aus Brasilien, Indien, Japan und Russland, sogar Van Canto wollten auftreten, da sie auf dem Weg zu einem anderen Konzert einen Zwischenstopp hätten einlegen können. Das ging leider nicht, da eine Band wie Van Canto spätestens um 16 Uhr auftreten zu lassen, wäre bei dieser Festivalgröße sinnlos gewesen. Da stimmt ihr doch sicherlich zu oder?

Nun endlich kommen wir dazu, worauf ihr alle gewartet habt: die Bands. Den Anfang machten Bläckout. Sie spielen guten soliden Deathened Thrash Metal. Sie waren sehr enthusiastisch bei der Sache und es hat Spaß gemacht, ihnen zuzusehen aber sie mussten die Besucher mehrmals auffordern näher an die Bühne zu kommen. Das Publikum bestand zu diesem Zeitpunkt vor der Bühne aus etwa 10 Leuten. Schade für die Band, wer sie wieder sehen will kann sie am 20.7. in Bildstock sehen.

Darauf folgten Gravity mit ihrem thrashigen Doom Metal und einem sehr charismatischen Sänger. Auch der Bassist war nicht zu übersehen, und die Musik ist sehr zu empfehlen, besonders live.

Last Dimension, die danach die Bühne übernahmen, drehten die Geschwindigkeit und die Brutalität richtig auf. Ein rasanter Death Metal, mit einigen Core-Einflüssen. Leider fiel einmal die Gesangsspur aus, was ein großer Verlust war, da der Sänger richtig gut ist. Sonst ein sehr gelungener Auftritt. Danach kamen Out of Decay, die richtig Party gemacht haben, vor allem die beiden Sänger gaben ihr Bestes. Hier gab es einige Zugaben, die eher vom Veranstalter, als vom Publikum gefordert wurden. Wegen dieser Zugaben gingen Heralder mit fast einer Stunde Verspätung auf die Bühne. Es gab einen Minimal-Sound-Check, das ging auch gut bis, wir zitieren den Gitarristen, „Es hat 'Batsch' gemacht und dann war's aus!“, einer der Monitore den Dienst quittierte. Zur Musik lässt sich sagen, dass sie guten Pagan-Metal mit männlicher und weiblicher Stimme machten. Sie spielten eine Zugabe, die zu 100% vom Publikum gefordert wurde. Danach wurde es wieder richtig Brutal, denn Slaves under Machine Gods, eine der Haus- und Hof-Bands des CWO, kamen auf die Bühne. Ihr heftiger, gradliniger Death Metal war etwas zu brutal für die Base-Drum, da diese einen Fluchtversuch unternahm. Nach einer kurzen Reparatur mit Gaffa-Tape ging es weiter. Vielleicht hat dies den Sänger wütend gemacht, denn danach nahm man ihm seine Growls und Pig-Squeals noch mehr ab, als ohnehin schon. Sie konnten leider, trotz vielfacher Wünsche, keine Zugabe spielen, was aber für die Fans des Death Metal kein Problem war, denn Resistence of Yield hielten das Level an Härte und Brutalität. Diese Band hat alles was es braucht, um lupenreinen Death Metal zu spielen: Einen charismatischen Sänger, viele Mosh- und Bang-Parts, brutales Drumming und Basslinien, die man sonst nur bei Alex Webster sieht. Gegen Ende des Auftritts zog sich einer der Gitarristen aus und spielte nackt weiter. Dies ist ein Ritual der Band, denn das gesamte Publikum wusste was kommt: „So ein Feuerball Junge“ BAMMM!“ Es war schwer diese Band zu verabschieden, aber die vorletzte Band lohnt sich immer. Godslave spielten ihren Hochgeschwindigkeitsthrash mit wahrer Leidenschaft. Die richtige Musik wenn man schlecht gelaunt ist und sich das Bandmotto, „100% FUCK YOU“ denkt. Schon den ganzen Tag sah man die Band auf dem Festivalgelände mit Fans sprechen und die anderen Bands ansehen. Eine brilliante Band, leider vor einem ausgedünnten Publikum, das sich aber für Messenger wieder zusammen fand. Kein Wunder, dass hier die Besucher wieder vor die Bühne kamen, denn genau so und nicht anders sollten Manowar klingen. Bei ihnen klingt der Powermetal richtig fett und geil, nicht wie bei vielen anderen Bands, wo er manchmal peinlich wirkt. Offenbar nahm sich der Veranstalter eine Textzeile der Band zu Herzen: „Kill kill kill the DJ, Heavy Metal is the Law!“, denn nach den Headlinern gab es keine Musik aus der Konserve, sondern Beyond Darkness spielten stattdessen Klassiker der Rock und Metalgeschichte. Das ist eine tolle Abwechslung zu den üblichen DJ-Playlisten.  

So nun müssen wir abwägen. Zuerst einmal das Negative, damit wir das hinter uns haben:

Es gab wenige Besucher, was ein großes Manko ist, aber das lag bestimmt am Wetter, denn bei diesen Bands sollte man auf jeden Fall anwesend sein. Dann die Verzögerung, die wirklich ein Problem war. Hoffentlich wird dem nächstes Mal abgeholfen.

Kommen wir zu etwas erfreulicherem, nämlich dem Positiven:

Zuerst einmal zu dem Zweitwichtigsten, nach der Musik, dem Bier: Ein Becher Bier schlug mit gerade einmal 2 Euro zu Buche, was richtig günstig ist. Dafür auf jeden Fall ein Lob an die Veranstalter. Auch die Anfahrt und das Parken waren einfach, die Sicherheits- und Hilfskräfte waren Top, an diese auch ein Lob, besonders an den CWO für die Unterstützung anderer Festivals. Auch die Aktion mit der Verlosung sollte noch einmal erwähnt werden, da so etwas viel zu selten vorkommt, vor allem auf den großen Festivals.

Als Resümee bleibt mir nur eines zu sagen; gerne wieder, ein klasse Festival! Schön klein und nur lokale Bands, so wird der Metal-Underground richtig supportet. Wer vor hatte zu kommen, aber dem Wetter nicht traute, hat wirklich etwas verpasst. 

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Lorenz

Artikelinformation

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  • Autor: (25) aus Sulzbach
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  • Schlagwörter: Rückblick
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